Geschwindigkeit

Nicht angepasste Geschwindigkeit ist Hauptunfallursache

Die Gefahren, die von überhöhter Fahrgeschwindigkeit ausgehen, werden oft unterschätzt. Schon ‚geringe‘ Überschreitungen können erhebliche Folgen haben:

Werden zum Beispiel Fußgänger von einem 50 km/h schnellen PKW angefahren, überleben diese Kollision -statistisch gesehen - 8 von 10 Fußgängern. Schon bei 65 km/h kehrt sich dieser Wert um. Werden Fußgänger von einem PKW mit dieser Fahrgeschwindigkeit erfasst, sterben wahrscheinlich 8 von 10 Fußgängern!

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Verkehrsunfallursachen in Deutschland, das ist fast ein Drittel der schweren Unfälle. Wenige Stundenkilometer können dabei über Leben und Tod entscheiden. Dieser Umstand wird leider oft unterschätzt. Vielen Autofahrern ist nicht klar, dass sich der Anhalteweg bei höheren Geschwindigkeiten nicht linear, sondern überproportional nach oben verändert. Durch die Verdoppelung der Geschwindigkeit verlängert sich der Bremsweg auf das Vierfache. Auch der Reaktionsweg, die Strecke, die innerhalb der "Schrecksekunde" ungebremst zurücklegt wird, erhöht sich mit steigender Geschwindigkeit entsprechend:

Bei einer Vollbremsung mit quietschenden Reifen und dem Hineinschleudern in den Gurt  - einer sogenannten Gefahrbremsung - gelten folgende Anhaltewege:

30 km/h: Anhalteweg 13,5 Meter.
50 km/h: Anhalteweg 27,5 Meter.
65 km/h: Anhalteweg 40,6 Meter.
80 km/h: Anhalteweg 56 Meter.

In der Realität wird der Anhalteweg jedoch meist länger sein. 

Es reicht aber nicht nur, das vorgegebene Tempolimit einzuhalten. Viele weitere Faktoren bestimmen die "angepasste Geschwindigkeit": Witterungsbedingungen wie Glätte, Schnee, Regen oder Nebel ebenso wie Unaufmerksamkeit, Blendung durch die Sonne oder eine eingeschränkte Sicht, um nur einige Beispiele zu nennen. Wichtig ist also das richtige und nicht das zulässige Tempo!

Die Tipps Ihrer Polizei:

  • Verinnerlichen Sie, was eine zu schnelle Geschwindigkeit bedeuten kann!

  • Berücksichtigen Sie beim Fahren die herrschenden Witterungseinflüsse.

  • Das Tempo ist immer den Verkehrs-, Sicht- und Straßenverhältnissen anzupassen!

  • Rechnen Sie stets mit unvorhersehbaren Situationen. Insbesondere in Wohngebieten und im Bereich von Schulen und Kindergärten.

  • Nehmen Sie sich Zeit. Es macht immer Sinn ein paar Minuten früher los zu fahren!

  • Vermeiden Sie Ablenkungen. Beim Fahren keine Suche im Handschuhfach oder im Bodenraum des Fahrzeuges!

  • Als Fahrer tragen Sie immer eine Verantwortung für die Mitfahrer.

  • Autofahrer mit angepasstem Tempo können eher auf Gefahren reagieren!

  • Bei niedriger Geschwindigkeit sind die Unfallfolgen (Verletzungen und Schäden) in der Regel geringer!

  • Wer zu schnell fährt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer!

  • Jeder schwere Unfall mit Verletzten verursacht Leid für die Betroffenen und deren Angehörige!

  • Vorsicht: Ungesicherte Tiere oder Gegenstände im Fahrzeug können sich bereits bei einem Unfall mit geringem Tempo zu  tödlichen Geschossen entwickeln!

 

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